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Kaum ein Thema wird derzeit in Onlineredaktionen intensiver diskutiert als das Erstellen multimedialer Reportagen. Was macht den Ansatz des Digital Storytellings so spannend? Nach wie vor sind für Onlinemedien geschriebene Artikel meist nichts anderes als Printartikel und bestehen im Wesentlichen aus den Elementen Text und Bild. Natürlich ergänzen Videos, Umfragen und Kommentarmöglichkeiten die Berichterstattung.

Doch gerade Online geht noch sehr viel mehr: Mit vollformatigen Bildern, interaktiven Grafiken, Zeitleisten, aufwendigen Parallax-Effekten und Animationen wird aus einer Reportage eine bildgewaltige journalistische Inszenierung in opulentem Design.

"Snow Fall": Initialzündung des Digital Storytellings

Ein oft zitiertes und kopiertes Beispiel für die Möglichkeiten des Digital Storytelling ist das "Snow Fall"-Projekt der New York Times aus dem Jahr 2012.

In Onlinejahren gerechnet ist diese Idee also gar nicht mehr so wahnsinnig neu - spannend ist diese Art des multimedialen Erzählens aber dennoch. Dass es auch hierzulande sehr gelungene Beispiele gibt, zeigt die Übersicht mit sieben Vorzeigeprojekten deutscher Medien, die Nora Burgard jetzt für Meedia zusammengestellt hat:

7 hervorragende Multimedia-Reportagen deutscher Medien

Darunter befinden sich unter anderem Beispiele von Spiegel Online ("Mein Vater, ein Werwolf"), dem WDR ("Rockpalast"-Special zum Festival "Haldern Pop 2014") und Zeit Online ("100 Jahre Tour de France"). Als Inspirationsquelle absolut empfehlenswert!

Jetzt fühle ich mich aber ganz schön ertappt! Kenne ich sie aus eigener Erfahrung doch nur allzu gut: die zahlreichen Gründe, die eindeutig und unwiderlegbar dagegen sprechen, als Journalist einen eigenen Blog zu betreiben: Keine Zeit, keine Message, bringt doch eh nichts.

Ich habe selbst lange genug überlegt, ob ich das Experiment wagen soll. Daher hat mich der Artikel "10 Gründe, warum Journalisten auf keinen Fall bloggen sollten" von Karsten Lohmeyer auf Lousypennies.de sehr amüsiert. Zeigt er doch auf sympathische Art und Weise, dass die  gängigen Vorbehalte vieler Journalisten oft nichts anderes sind als vorgeschobene Ausreden.

Fast beruhigend also, dass ich mit meinen lange Zeit gepflegten Bedenken nicht alleine bin.  Selbst noch absoluter Neuling, habe ich meine ersten Gehversuche noch keine Sekunde bereut: Ich lese viel, lerne viel - und habe vor allem riesigen Spaß am Schreiben. Von daher kann ich nur dazu ermutigen, sich einen Ruck zu geben. Die 10 Gründe gegen das Bloggen, die gar keine sind, können argumentativ dabei sicher behilflich sein. Vielleicht holt sich der ein oder andere den entscheidenden Impuls ja auch beim Einsteigerseminar Bloggen.