Fake-Profile erkennen: So entlarven Sie Fake-Accounts auf Facebook

Fake Profile auf Facebook erkennen (Screenshot: Facebook.com)
Fake Profile auf Facebook erkennen (Screenshot: Facebook.com)

Facebook ist das beliebteste Soziale Netzwerk der Welt. Aktuell besuchen jeden Monat mehr als 1,7 Milliarden Menschen die Seiten des Internetgiganten. Das macht Facebook auch für Betrüger interessant. Weit verbreitet ist zum Beispiel der Einsatz von Fake-Profilen. Hier erfahren Sie, was die Betrüger damit bezwecken, woran man falsche Facebook-Accounts erkennt und wie man sich davor schützen kann.

Man unterscheidet im wesentlichen zwei Gründe, warum sich überhaupt jemand die Mühe macht, Fake-Profile zu erstellen: Oft handelt es sich um Betrugsversuche, mit deren Hilfe die Betrüger Links zu Schadsoftware verbreiten oder an die persönlichen Daten anderer User gelangen möchten. Um dies zu bewerkstelligen, setzen die Betrüger im Wesentlichen auf folgende Betrugsmaschen:

1. Betrugsversuche mit frei erfundenen Fake-Profilen

Eine Ihnen völlig unbekannte Person nimmt auf Facebook Kontakt zu Ihnen auf. Erhält man eine derartige Freundschaftsanfrage, ist Vorsicht angesagt. Denn wenn man diese akzeptiert, folgt üblicherweise schon wenig später eine Anfrage des vermeindlichen Freundes nach der angeblich dringend benötigten Handynummer. Gibt man auch hier nach, folgt meist eine SMS mit einer Zahlenkombination, die der Fremde wiederum unbedingt haben möchte.

Genau jetzt erfolgt der eigentliche Betrug, bei dem die Verbrecher eine sogenannte "Zong-SMS" des Zahlungsdienstes Paypal zweckentfremden. Kurz: Die Betrüger wollen an Ihr Geld. Mit dem Zahlencode berechtigen Sie den anderen, einen bestimmten Betrag von bis zu 100 Euro von ihrem Konto abzubuchen.

Eine andere sehr häufige Betrugsmasche mit frei erfundenen Facebook-Profilen ist sexuelle Erpressung oder „Sextortion“. In diesem Fall drohen die Verbrecher damit, intime Informationen über das Opfer zu veröffentlichen - es sei denn, das Opfer zahlt.

So erkennen Sie ein erfundenes Fake-Profil

Auch wenn Sie sich geschmeichelt fühlen: Wenn Sie Freundschaftsanfragen von besonders attraktiven Frauen erhalten, kann gesunde Skepsis Sie vor Schlimmeren bewahren. Es ist gängige Praxis, Fake-Accounts mit (geklauten) attraktiven Profilbildern - häufig auch von prominenten Schönheiten oder Models - zu versehen, um insbesondere Männer zu ködern. Vertrauenswürdige und von Facbook verifizierte Promi-Profile erkennen Sie an dem blauen Häkchen.

So zeigte beispielsweise eine Untersuchung der IT-Sicherheitsfirma Barracuda Networks, dass fast alle Fake-Profile (97 Prozent) weiblich sind. Zudem geben 58 Prozent der gefälschten Lockvogel-Identitäten an, gleichermaßen an Männern und Frauen interessiert zu sein. In der gesellschaftlichen Realität liegt dieser Wert lediglich bei sechs Prozent.

Fake-Bilder können Sie oftmals mit Hilfe der umgekehrten Google Bildersuche entlarven: An welchen Stellen im Internet taucht das gleiche Bild ebenfalls auf? Wird es für mehrere Profile gleichzeitig verwendet?

Ein weiteres wichtiges Indiz ist die Anzahl der Freunde einer Person: Der Studie zufolge verfügen Fake-Profile über durchschnittlich 726 Freunde. Echte Personen haben im Schnitt hingegen nur 130 Freunde. Aber auch besonders wenige Kontakte sind verdächtig.

Weiterhin verdächtig: Das Profil wurde erst vor relativ kurzer Zeit erstellt und die Kontaktaufnahme erfolgte in englischer Sprache. Ansonsten gibt das Profil praktisch keinerlei persönliche Daten preis und verfügt über keine oder nur sporadische Aktivitäten in der Chronik in Form von Updates oder geliketen Beiträgen.

Stammt die Person zudem noch aus einem völlig anderen Land wie China oder Südafrika und ist Ihnen gänzlich unbekannt, sollten Sie die Anfrage auf jeden Fall verweigern.

2. Betrugsversuche mit der Kopie eines „echten“ Profils

Es handelt sich keineswegs nur um unbekannte Kontakte, die Freundschaftsanfragen herumschicken. Immer häufiger erhalten Betroffene diese Anfragen von Menschen geschickt, mit denen sie eigentlich schon befreundet sind. Dabei machen sich die Betrüger die Mühe, Kopien des ursprünglichen Profils zu erstellen. Um die Identität einer Person zu kapern, übernehmen sie öffentlich einsehbare Daten wie Profilinformationen, gelikete Seiten oder Statusbeiträge für ihre betrügerischen Zwecke.

Manchmal gelingt es den Betrügern auch, sich direkt Zugang zum „echten“ Profil zu verschaffen, meist, nachdem sie das E-Mail-Konto der betroffenen Person hacken und so auch das Facebook-Passwort ändern konnten.

Ziel des Betrugs ist, nicht das betroffene Profil selbst, sondern dessen Kontakte abzuzocken, indem die Hilfsbereitschaft der Freunde ausgenutzt wird. Dazu schreiben die Betrüger im Messenger die Freunde des "echten" Profils an und überrumpeln sie mit einer dramatischen Geschichte, derzufolge der- oder diejenige Opfer eines Raubüberfalls geworden sei oder all sein Geld verloren habe. Um seinem Freund aus der Patsche zu helfen, soll das dringend benötigte Geld beispielsweise mit einem Geldtransferdienst wie z.B. Western Union überwiesen werden.

Anders verhält es sich beim Cyber-Mobbing: In diesem Fall wird das Facebook-Profil der betroffenen Person gefälscht, um in ihrem Namen entwürdigende Beiträge zu posten und den Ruf der Person selbst zu zerstören.

So erkennen Sie kopierte Fake-Profile auf Facebook

Als erstes sollten Sie nachsehen, ob Sie die Person nach akzeptierter Freundschaftsanfrage jetzt doppelt in Ihren Kontakten haben. Wenn das so ist, handelt es sich um einen deutlichen Hinweis auf ein kopiertes Facebook-Profil.
Ebenfalls verdächtig: Das neue Profil hat auffällig wenige Freund/innen.

Die Nachrichten selbst sind in der Regel sehr unpersönlich und schlecht formuliert. Sobald Sie Zweifel an der Identität des anderen haben, sollten Sie versuchen, ihn über einen anderen persönlichen Kanal (z. B. bei einem Treffen oder telefonisch) zu kontaktieren und nach dem neuen Profil erkundigen.

Gefälschte Accounts haben häufig keine oder nur sehr wenige persönliche Daten, da es sehr zeitintensiv und aufwändig ist, Profile authentisch erscheinen zu lassen. Ebenfalls hilfreich: Schauen Sie sich an, wie oft ihr Möchtegern-Freund Status-Updates tätigt. Immerhin 43 Prozent der Fake-Profile haben das noch nie gemacht – bei echten Profilen liegt der Wert deutlich niedriger.

Ob es sich um einen Fall von Cyber-Mobbing handelt, können Sie an folgenden Punkten erkennen: Das (gefälschte) Profil ist öffentlich einsehbar Mitglied in ungewöhnlichen und zwielichtigen Gruppen, die für die echte Person sehr unpassend erscheinen. Das Profil fällt durch besonders merkwürdige, beleidigende oder dümmlich wirkende Beiträge auf, die ein schlechtes Licht auf die echte Person fallen lassen. Oft werden auch Fotos des Gemobbten mit dem gleichen Ziel bearbeitet und verfremdet.

Wie schütze ich mich vor Facebook-Betrügern?

Es gibt verschiedene Aspekte, die beim Entlarven von Fake-Profilen hilfreich sein können.

  1. Oft reicht schon eine Änderung der Privatsphäre-Einstellungen. Je weniger Sie öffentlich von sich preisgeben, umso sicherer sind Sie! Stellen Sie beispielsweise die Sichtbarkeit Ihrer Freundesliste von "öffentlich" auf "Freunde" oder "nur ich". Das macht es Fremden unmöglich, Ihre Kontakte einzusehen und nachzuahmen.
  2. Posten Sie generell so wenige Inhalte wie möglich öffentlich! Das erschwert es den Betrüger/innen ebenfalls, Ihr Profil nachzubauen.
  3. Vorsicht bei Freundschaftsanfragen von Personen, die Sie entweder überhaupt nicht kennen oder mit denen Sie bereits befreundet sind. Sicher, aber auch sehr restriktiv: Legen Sie in den Privatsphäre-Einstellungen fest, dass Ihnen nur „Freunde von Freunden“ eine Freundschaftsanfrage schicken können.
  4. Gilt selbstverständlich auch außerhalb von Facebook: Geben Sie niemals  persönliche Daten an Dritte weiter.
  5. Sind Sie auf ein verdächtiges Profil gestoßen, bietet Facebook die Möglichkeit, dieses als "gefälschtes Konto" zu melden.
  6. Auch wenn es für Sie zu spät ist und Sie tatsächlich Opfer eines Betrugs geworden sind, können und sollten Sie etwas tun: Warnen Sie Ihre Freunde vor dem Fake-Profil und erstatten Sie auch Anzeige bei der Polizei. Leider wird den Opfern oft eine Mitschuld aufgrund von Leichtgläubigkeit unterstellt, weshalb die Chancen auf Schadensersatz nur sehr gering sind. Wegen des in der Regel vergleichsweise niedrigen materiellen Schadens lohnt auch der Gang zum Anwalt kaum.
  7. Hat es jemanden aus Ihrem Bekanntenkreis erwischt, informieren Sie diese Person darüber, dass in ihrem Namen Nachrichten verschickt oder Inhalte gepostet werden (am besten persönlich oder telefonisch).

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