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Leidenschaft, Emotionen, Gänsehaut: Dieser Werbespot für Laufschuhe geht ans Herz - und das Netz ist begeistert. Dabei handelt es sich bei dem Clip überhaupt nicht um eine offizielle Werbung. 

Und darum geht es: Der Spot erzählt die Geschichte eines ehemaligen Langstreckenläufers, der ein trostloses Dasein in einem Altenheim fristet. Nur noch apathisch nimmt er am Leben  Teil und lässt die monotone Alltagsroutine über sich ergehen - bis er eines Tages seine alten, ausgetretenen Adidas-Schuhe findet. 

Mit der Erinnerung kehren auch alte Lebensgeister zurück. Fortan lässt der ehemalige Sportler nichts unversucht, um mit seinen Schuhen wieder joggen zu gehen. Sämtliche Versuche werden von den Angestellten des Altenheims zunichte gemacht. Bis zum emotionalen Höhepunkt am Ende des Spots. Schön und melancholisch zugleich. Aber seht selbst!

Bei dem Spot handelt es sich um eine Arbeit von Eugen Merher (26), für die Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, an der er Werberegie studiert. Es handelt sich also um keine offizielle Werbung des Sportartikelherstellers, sondern um einen sogenannten Spec-Spot, der "auf Verdacht" (englisch: "on spec") für eine bestimmte Marke erstellt wurde. 

Nafri-Debatte: Polizeikontrolle am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht. (Screenshot: Twitter)
Nafri-Debatte: Polizeikontrolle am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht. (Screenshot: Twitter)

Seit der Kölner Silvesternacht ist der Begriff "Nafri" in aller Munde. Auslöser für die äußerst emotional geführte Debatte war ein Tweet der Kölner Polizei, in dem das Wort verwendet wurde: "Am HBF werden derzeit mehrere Hundert Nafris überprüft. Infos folgen", twitterten die Beamten in der Silvesternacht. Schon bald wurden Rassismusvorwürfe gegen die Polizei laut. Warum? Zu Recht? Und was bedeutet "Nafri" überhaupt?

...weiterlesen "Kölner „Nafri“-Debatte: Was bedeutet „Nafri“?"

Facebook, Netflix und Co. als dunkle Bedrohung, sechs Dinge über Storytelling, Memes als neue Evolutionsstufe der politischen Karikatur und die beruhigende Feststellung, dass im Journalismus früher auch schon alles scheiße war - der Frankfurter Tag des Onlinejournalismus 2015 (#ftoj15) mit dem Motto "Facts tell, Stories sell" war in meinen Augen absolut "snackable".

Damit entsprach er einer zentrale Forderung, die auch der Journalismus heute erfüllen muss, um künftig seine Leser zu erreichen und erfolgreich zu sein. So formulierte es Richard Gutjahr in seinem Vortrag.

Aber natürlich hatte der Frankfurter Tag des Onlinejournalismus noch sehr viel mehr zu bieten. Crowd finanzierten Journalismus, Porno und Mode zum Beispiel. Die wesentlichen Aspekte des Tages habe ich noch einmal möglichst snackable und ohne Anspruch auf Vollständigkeit in Form von Tweets zusammengefasst:

 

Image, Inhalte, neues Logo – beim Dreikönigstreffen der gebeutelten FDP sollten die Weichen für eine rosigere (magentarere) Zukunft gestellt werden. Schwer zu sagen, ob ihr das gelingen kann. Großen bleibenden Eindruck haben auf jeden Fall die Beine von FDP-Spitzenkandidatin Katja Suding hinterlassen.

...weiterlesen "„Tagesschau“ entschuldigt sich bei Katja Suding für #BeinGate"

Eigentlich ist es offensichtlich: Wegbrechende Anzeigenerlöse, veränderte Lesegewohnheiten und sinkende Auflagen gehören zu den Hauptursachen für die Zeitungskrise. Dennoch lamentieren viele in diesem Zusammenhang konsequent über das Ende des seriösen Journalismus. Klar: Die zum Teil dramatische Entwicklung der Auflagen hat nicht minder dramatische Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt von Journalisten. Und doch ist es nicht der (Qualitäts-)Journalismus, der in einer Krise steckt, sondern das traditionelle Geschäftsmodell der Verlage.

Dabei ist die Lösung dieses Problems geradezu simpel: Man führt einfach ein Pflicht-Abo ein, das jeder Haushalt beziehen und auch bezahlen muss. Zugegeben, das klingt ziemlich absurd, doch zumindest im Digitalen ist es einigen Verlagen, die sich zur VG Media zusammengeschlossen haben, nach intensiver Einflussnahme auf die Politik bereits gelungen, ein entsprechendes Modell gesetzlich zu verankern. Mit dem Leistungsschutzrecht soll geregelt werden, dass vor allem Google die Verlage für das Anzeigen kleinster Textauszüge (Snippets) in seinen Suchergebnisseiten bezahlt. Dumm nur, dass jedes Angebot, das bei Google angezeigt wird, dem Internetriesen zuvor ausdrücklich und freiwillig die Genehmigung genau dazu erteilt hat.

Zeitungskrise: Leistungsschutzrecht als Vorbild

Wer nicht mehr von Google gefunden und angezeigt werden möchte, hat die Möglichkeit, das jederzeit selbst zu ändern. Aber die VG Media möchte natürlich nicht darauf verzichten, dass die eigenen Inhalte gefunden werden. Und den Traffic möchte man auch weiterhin, weshalb Google auch gesetzlich dazu verpflichtet werden müsse, die Inhalte der Verlage weiterhin anzuzeigen. Zudem genügt es den in der VG Media organisierten Verlagen künftig nicht mehr, einfach nur kostenlosen Traffic von Google zu bekommen, den sie auf ihren Seiten monetarisieren können - Google soll seine Trafficzuführung zusätzlich auch noch bezahlen.

Zusammengefasst verlangt die VG Media also eine Zwangsverlinkung bei gleichzeitiger Zwangsvergütung. Auch wenn diese eigenwillige Logik bei einigen Belustigung, bei anderen Kopfschütteln auslösen mag - so taugt sie doch als geniale Blaupause für die Zukunft der Zeitungen: Nötig wäre lediglich ein entsprechendes Gesetz, in dem die Pflicht zum Print-Abo ordentlich geregelt wird. So könnten beispielsweise bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Vogelkäfigbesitzer oder Leute, die demnächst einen Umzug planen, mit einem Pflicht-Abo belegt werden. Vorstellbar wäre aber auch eine generelle Haushaltsabgabe.

Schöne neue Medienwelt!

 

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Journalismus: Medienhysterie im Realitätscheck
Denk ich ans Leistungsschutzrecht...

EU-Kommissar Günther Oettinger kümmert sich künftig also um das Thema Digitales. Als Posten in der zweiten Reihe wird die Verantwortung für das "Mini-Ressort" eingeschätzt. Immerhin seien Telekommunikation, Netzausbau und Urheberrechte wichtige Zukunftsthemen der EU - die Personalie selbst wird dennoch nicht nur von Alexander Graf Lambsdorff, dem FDP-Fraktionschef im EU-Parlament, als "schallende Ohrfeige für die Bundesregierung" bewertet.

...weiterlesen "Warum das Internet in der EU immer Neuland bleiben wird"

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Der Rauswurf von Chefredakteur Jörg Quoos beim „Focus“, der Machtkampf beim „Spiegel“, die Ablösung von Dominik Wichmann beim "Stern" - und das alles innerhalb weniger Tage. Keine Frage:  Es sind spannende Zeiten für Journalisten. Nicht nur für die unmittelbar Betroffenen, sondern für die gesamte Medienbranche.

...weiterlesen "Die Zukunft des Journalismus: Medienhysterie im Realitätscheck"

Kaum ein Thema wird derzeit in Onlineredaktionen intensiver diskutiert als das Erstellen multimedialer Reportagen. Was macht den Ansatz des Digital Storytellings so spannend? Nach wie vor sind für Onlinemedien geschriebene Artikel meist nichts anderes als Printartikel und bestehen im Wesentlichen aus den Elementen Text und Bild. Natürlich ergänzen Videos, Umfragen und Kommentarmöglichkeiten die Berichterstattung.

Doch gerade Online geht noch sehr viel mehr: Mit vollformatigen Bildern, interaktiven Grafiken, Zeitleisten, aufwendigen Parallax-Effekten und Animationen wird aus einer Reportage eine bildgewaltige journalistische Inszenierung in opulentem Design.

"Snow Fall": Initialzündung des Digital Storytellings

Ein oft zitiertes und kopiertes Beispiel für die Möglichkeiten des Digital Storytelling ist das "Snow Fall"-Projekt der New York Times aus dem Jahr 2012.

In Onlinejahren gerechnet ist diese Idee also gar nicht mehr so wahnsinnig neu - spannend ist diese Art des multimedialen Erzählens aber dennoch. Dass es auch hierzulande sehr gelungene Beispiele gibt, zeigt die Übersicht mit sieben Vorzeigeprojekten deutscher Medien, die Nora Burgard jetzt für Meedia zusammengestellt hat:

7 hervorragende Multimedia-Reportagen deutscher Medien

Darunter befinden sich unter anderem Beispiele von Spiegel Online ("Mein Vater, ein Werwolf"), dem WDR ("Rockpalast"-Special zum Festival "Haldern Pop 2014") und Zeit Online ("100 Jahre Tour de France"). Als Inspirationsquelle absolut empfehlenswert!

Twitter (Quelle: Copyright Marisa Allegra Williams (@marisa) for Twitter, Inc.)
Twitter (Quelle: Copyright Marisa Allegra Williams (@marisa) for Twitter, Inc.)

Wer ihn am Mittwochabend verpasst hat, kann den öffentlich auf Twitter ausgetragenen Schlagabtausch zwischen Bild-Chefredakteur Kai Diekmann und Ex-ARD-Wettermann Jörg Kachelmann auf Meedia noch einmal nachvollziehen. Marvin Schade hat die Ereignisse des Abends noch einmal sehr anschaulich und unterhaltsam zusammengefasst. Ich selbst habe den Zoff auch nur in Auszügen mitbekommen und verfolgt. Los ging es mit einer Anspielung  Kachelmanns in Richtung Bild - bis letztlich im wahrsten Sinne des Wortes der Akku leer war. Viel Spaß:

Diekmann und Kachelmann zoffen sich auf Twitter

 

 

 

Jetzt fühle ich mich aber ganz schön ertappt! Kenne ich sie aus eigener Erfahrung doch nur allzu gut: die zahlreichen Gründe, die eindeutig und unwiderlegbar dagegen sprechen, als Journalist einen eigenen Blog zu betreiben: Keine Zeit, keine Message, bringt doch eh nichts.

Ich habe selbst lange genug überlegt, ob ich das Experiment wagen soll. Daher hat mich der Artikel "10 Gründe, warum Journalisten auf keinen Fall bloggen sollten" von Karsten Lohmeyer auf Lousypennies.de sehr amüsiert. Zeigt er doch auf sympathische Art und Weise, dass die  gängigen Vorbehalte vieler Journalisten oft nichts anderes sind als vorgeschobene Ausreden.

Fast beruhigend also, dass ich mit meinen lange Zeit gepflegten Bedenken nicht alleine bin.  Selbst noch absoluter Neuling, habe ich meine ersten Gehversuche noch keine Sekunde bereut: Ich lese viel, lerne viel - und habe vor allem riesigen Spaß am Schreiben. Von daher kann ich nur dazu ermutigen, sich einen Ruck zu geben. Die 10 Gründe gegen das Bloggen, die gar keine sind, können argumentativ dabei sicher behilflich sein. Vielleicht holt sich der ein oder andere den entscheidenden Impuls ja auch beim Einsteigerseminar Bloggen.